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Das Gute ist der Feind des BesserenDer Start der FIFA WM 2006™ gelang den Verkehrsunternehmen und -verbünden sehr gut. Doch wie es bei solchen Großereignissen nun mal ist, kann nicht alles funktionieren. So stellten sich verschiedene Probleme und Pannen bereits in der ersten WM-Woche ein, die mancher Fahrgast zu spüren bekam. Aus dem Ruhrgebiet zum Beispiel wurden erhebliche Verspätungen und auch Streckensperrungen im kommunalen und regionalen Schienenverkehr gemeldet. Natürlich finden sich in den Medien auch klagevolle Berichte über volle Busse und Bahnen mit langsamen Vorankommen bei hohen Temperaturen. Doch offensichtlich trübt dies die Stimmung bei den Fans vor den Stadien und in den Innenstädten nicht, auch wenn die am Fußball nicht interessierten Grund zur Klage haben.Was ist der Kern des Problems? Zur FIFA WM 2006™ werden etwa zehn Millionen Gäste in Deutschland erwartet, die 64 Spiele in den zwölf WM-Stadien sehen oder zu den öffentlichen Übertragungen in Kneipen, Biergärten und den WM-Meilen gehen. Im Alltag nutzen etwa 27 Millionen Menschen regelmäßig Busse und Bahnen. Das ÖPNV-System ist gut entwickelt, die WM dient den Betreibern als Leistungsschau in der Gesellschaft. Wären die Kapazitäten aber so ausgelegt, dass mit dem kurzfristigen Mehr an Fahrgästen keine Einbußen im Komfort verbunden wären, müsste das System zu gut ausgelegt und letztendlich unwirtschaftlich sein. Ein solches Großereignis zeigt aber auch, dass die Infrastruktur erhalten bleiben und Flexibilität aufweisen muss, sonst häufen sich Mängel im Alltag. Im WM-Internetportal „Mit-Bus-und-Bahn-zur-WM.de“ können sich Interessierte über diese Zusammenhänge informieren. Unter anderem ist hier eine Fraunhofer-Studie abgelegt, in der die Bedeutung von Bussen und Bahnen für die WM 2006 dargestellt ist. Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) und seine Mitgliedsunternehmen halten es aber nach dem Motto „Das Gute ist der Feind des Besseren“. Bereits jetzt lädt die VDV-Akademie Vertreter von Verkehrsunternehmen und -verbünden zum Workshop „WM-Nachlese: Sicherheit & Service - Wie ist es gelaufen und welche Verbesserungspotenziale gibt es für künftige Großveranstaltungen?“ ein, der am 29./30. August 2006 in Frankfurt am Main stattfindet. Weitere Informationen über www.vdv-akademie.de. Und was sagen Deutschlands Gäste zum Vorankommen mit Bussen und Bahnen? Da ergibt die Nachfrage im Zug interessante Antworten. Miguel (25) aus Spanien zum Beispiel meint, dass man auf der Reise ja immer mehr Zeit mitbringe, da sei es kein Problem, wenn es mal nicht so schnell voranginge. Allerdings sei Hitze im spanischen Sommer eher die Regel. Nun freue er sich über den 4:0-Sieg der spanischen Mannschaft über die Ukraine. José (22) aus Mexiko staunt bei Hannover immer noch über den „gleitenden ICE“ und „vermisst die Hühner nicht unbedingt“, die in mexikanischen Bussen häufig als Transportgut an Bord seien. Er freut sich mit den Spaniern, die er offensichtlich auf der Berliner Fan-Meile getroffen hat. |

